Bodeninformation &

Sackungsmonitoring

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Ziel dieses Projektes ist es, den historischen und den aktuellen Moorbodenverlust zu ermitteln. Dabei wollen wir heraus finden, welche Faktoren, insbesondere welche Moorbodeneigenschaften, neben Wassergehalt und Landnutzung dabei entscheidend waren bzw. sind. Zusätzlich untersuchen wir wie sich diese Eigenschaften geändert haben und ob bodenkundliche Restriktionen für eine Wiedervernässung auftreten.

Historische Moorverbreitung und Moormächtigkeiten

Im analogen Moorarchiv der LfL liegen historische Informationen zum Zustand bayerischer Moorböden, z. B . Karten, Profilschnitte und Bohrkernbeschreibungen. Moorkartierungen in Bayern erfolgten seit ca. 1900; allerdings nicht kontinuierlich und nach sehr unterschiedlichen Gesichtspunkten. Diese unterschiedlichen Informationen werden im Rahmen dieses Projektes durch Digitalisierung nutzbar gemacht und erstmals inhaltlich ausgewertet.

Die historischen Moorkarten des Moorarchivs wurden gescannt und diejenigen mit Moorbodeninformation georeferenziert. Ziel ist es nun, alle relevanten Informationen zur Moorverbreitung, der Art des Moorbodens und der Landnutzung, sowie Torfmächtigkeiten zu vektorisieren und digital nutzbar zu machen.

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Historische Flurkarte mit eingezeichneter Moorbodeninformation

Sackungsmonitoring

Rezente Moorbodenveränderungen werden in den Testgebieten durch ein neu zu installierendes Monitoring gemessen. Dazu werden Messeinrichtungen – im Wesentlichen gut verankerte Pflöcke – eingebaut und die Höhe über der Geländeoberfläche kontinuierlich gemessen. Da sich die Geländeoberfläche in Mooren durch Quellung und Schrumpfung in Abhängigkeit der Wasserstände ändert werden parallel dazu Wasserstandsmessungen durchgeführt. Damit kann das kurzfristige Quellen und Schrumpfen vom langfristigen Moorverlust durch Mineralisation unterschieden werden. Zusätzlich werden die Geländehöhen in ausgewählten Testgebieten jedes Jahr genau vermessen, um Informationen zur flächenhaften Moorbodenveränderung zu bekommen.

Torfeigenschaften

Um Degradationsprozesse in entwässerten Mooren und Konsequenzen für die Wiedervernässbarkeit zu ermitteln, werden weitere Informationen aus dem Moorarchiv gescannt und in einer Datenbank abgelegt. Diese Informationen beinhalten teilweise detaillierte Horizontbeschreibungen mit chemischen und physikalischen Angaben , wie zum Bespiel Kohlenstoffgehalte, pH-Werte und Degradationsgrade der einzelnen Bodenhorizonte.

In den Testgebieten werden zusätzlich aktuelle bodenphysikalische und bodenchemische Eigenschaften der verschiedenen Horizonte gemessen, um festzustellen, welche Torfeigenschaften neben dem Wassergehalt, die Moorbodenveränderung bedingen und auch, wie sich die Moorbodeneigenschaften verändert haben.

Bodenprofil aus dem Testgebiet Großkarolinenfeld

vererdeter Moorboden

Team

Team des Projekts 3

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz
  • Dr. Annette Freibauer

  • Dr. Gisbert Kuhn

  • Dr. Anna Kühnel

  • Julian Welte

  • Nadine Conze

  • Jutta Kotzi

  • Thomas Machl

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